Friendship with Nature

Karl-Schubert-Schule Graz, 20. Juni 2024

Friendship with Nature, Schulprojekt

Teilnehmer:innen
Barbara Nickl (Karl-Schubert-Schule Graz)
Michaela Sulzer (Karl-Schubert-Schule Graz)
Nikolaus Popovic (Foto-Doku)
Maximilian Moser (FwN)

Es war ein wirklich heisser Junitag und alle Fenster standen weit offen. Nikolaus Popovic, ein angehender Grazer Arzt und Freund unseres Institutes, hatte sich dankenswerterweise bereiterklärt, die Fahrt und die Fotodokumentation zu begleiten.

Nach dem Beginn um 9 h stellten sich alle Schüler:innen zunächst kurz vor und erzählten, was sie am Projekt besonders interessierte. Es waren Schüler:innen der integrativen 6. Klasse Waldorfschule im Alter zwischen 11 und 13 Jahren – sehr interessierte, wache und lebendige Kinder.

Nun war die Baumscheibe einer 60-jährigen Lärche dran, ihre Geschichte zu erzählen, was mit vielen Rückfragen aufgenommen wurde:

„Was fressen die Holzkäfer am Baum?“ — hauptsächlich die zuckerhältige Bastschicht.

„Haben fleischfressende Pflanzen auch Rhythmen?“ — Ja, haben sie.

„Was kann man mit Baumharz machen?“ — Darauf erzählte ich, wie man selbst eine Baumharzsalbe für Hautverletzungen anfertigen kann: Baumharz sammeln, Olivenöl und Bienenwachs mit dem Harz im Wasserbad zusammenschmelzen, in Bambusabschnitte giessen, fertig ist die Salbe.

Und viele weitere Fragen!

Eine Baumscheibe erzählt die Lebensgeschichte des Baumes

Bild: Eine Baumscheibe erzählt die Lebensgeschichte des Baumes

Viele Fragen, die ich stellte, wurden von den Schüler:innen mit Freude beantwortet.
So meldete sich die Hälfte der Klasse auf die Frage, wer ein Musikinstrument spiele; einige spielen sogar mehrere Instrumente.

Die Schüler:innen berichteten sodann über ihre eigenen Erlebnisse mit Pflanzen, sehr lebendige Schilderungen.

Nach einer Stunde Erzählung und Fragen über Jahresringe und die Biographie des Baumes, Licht und Schatten, Wasser und Trockenheit, Baumharze, Zellulose und Lignin merkte ich, wie die Aufmerksamkeit und Wachheit, wohl auch wegen der Hitze, sank und wir machten eine Trinkpause.

Danach wurden, wieder mit höchster Aufmerksamkeit, die Zimmerpflanzen entstaubt und liebevoll gereinigt. Danach bat ich die Klasse, noch ein Lied für die Pflanze zu singen, was auch widerspruchslos und mit Begeisterung ausgeführt wurde, nachdem mehrere Vorschläge erwogen wurden.

Die Pflanzen werden von den Schüler:innen sorgfältig geputzt

Die Pflanzen werden von den Schüler:innen sorgfältig geputzt.

Und endlich kam der ersehnte Moment, auf den schon alle gewartet hatten: Die Pflanzen wurden an das neue TreeMuse angeschlossen und mit andächtigem Schweigen wartete die Klasse auf den ersten Ton, der tatsächlich, gefolgt von immer neuen Melodien, nach einigen Sekunden des Wartens ertönte.

Die Pflanzenmusik beginnt

Bild: Die Pflanzenmusik beginnt!

Um auch Bäume „zu Wort“ kommen zu lassen, begaben wir uns dann zunächst zu einem Pflaumenbaum im Garten der Schule und zuletzt schwärmte die Klasse aus und tauchte in den nahegelegenen Wald ein.

Die Kinder lauschen den Vogelstimmen

Bild: Die Kinder lauschen den Vogelstimmen

Verschiedene Laubbäume, Farne und Fichten umgaben uns. Um sie auf den Wald einzustimmen, bat ich sie zunächst, den vielfältigen Vogelstimmen zu lauschen, was sie mit Konzentration machten. Dann fragte ich, wie viele verschiedene Vögel sie gehört hatten, und die Antwort war ganz verschieden. Ein Schüler meinte: einen Vogel, andere 2–3 Vögel. Ein aufgeweckter Schüler mit afrikanischen Wurzeln hatte zehn Vogelarten gezählt! Die Lehrerin erzählte mir beim Rückweg, dass dieser Schüler ein großer Tierfan sei und im Frühjahr eine tote Salamanderfrau entdeckt hatte, aus deren Körper noch ein Junges hervorkam. Dieses zog er dann hoch. Eine berührende Geschichte aus einer schönen Naturschule!

Die Schüler:innen nahmen sich eine kleine Buche vor und ließen diese musizieren, dann ging es wieder zurück in die Klasse.

In der Rückschau sagten die Schüler:innen, dass die Musik der Pflanzen ein großes Erlebnis für sie war, mit dem sie nicht in dieser Schönheit gerechnet hätten. Sie berichteten, dass die Pflanzen auf ihre Zuwendung reagiert hätten und dass sie nicht erwartet hatten, dass Pflanzen so „gesprächig“ sind. Ihr Verhältnis zu den Pflanzen und zur Natur hat sich mit Sicherheit deutlich gebessert!

Damit ging ein ereignisreicher Tag zu Ende und die Kinder werden sich sicher ihr ganzes Leben an diesen Schultag erinnern!

Kontaktadresse

office@friendshipwithnature.com

Webseite:
www.friendshipwithnature.com

Spenden für Schulprojekte und Forschung:

Salzburger Sparkasse, Friendship with Nature e.V., 8160 Weiz
IBAN: AT212040400043429489

 

Wir danken unseren Sponsoren:

Sponsor Gea Sponsor Gesundheit und Naturschutz Südlicher Odenwald e.V.

Gea – Methoden und Techniken für gesunde Umwelt gGmbH

Gesundheit und Naturschutz Südlicher Odenwald e.V.